Driver's Seat

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Driver's Seat

PS, Drehmoment, Preis, alle Maße bis auf den letzten Millimeter, das lässt sich in der „Always-on-Gesellschaft“ überall erfahren. Auch mobil. Der Fahrersitz – Driver's Seat – ist deshalb das beste Medium, um ein neues Fahrzeug zu beurteilen. Denn unser Sitzfleisch spürt sofort und genau, wo’s zwickt. Getreu dem Motto „ich fahre, also bin ich“ tauchen hier nur Berichte über Autos auf, die ich persönlich bewegt und mit meinem Popo-Meter „gefühlt“ habe. Harte Fakten bleiben dabei oft außen vor. Dafür gibt es Einschätzungen, Bemerkungen und durchaus kritische Worte zu Dingen, die eben nicht so gut funktionieren oder über das Ziel hinaus schießen. Also, der Beifahrersitz ist noch frei. Bitte einsteigen ...

Windbraut auf Sylt

von in DRIVER'S SEAT
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E-Klasse klingt bereits nach saturiertem Angekommensein. Aber das Coupé und das Cabrio versprechen neben einer sexy Form auch noch allseits gemütliche und gute Fahrt. Wohlfühl-Faktor inklusive. Was letztendlich auch an den vielen Assistenten liegt, die Mercedes inzwischen anbietet. Da werden sich Audi und BMW ziemlich schwer tun, denn seit 1. Juni sind die Geschmeidigen mit sechs verschiedenen Motorisierungen im Angebot. Luxus-Coupè als Mit-oder-ohne-Stoffmütze-Variante.

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Es ist sehr erstaunlich, was für einen Unterschied es macht, wenn aus einer Limousine ein Cabrio oder ein Coupé wird. War doch die E-Klasse Limousine wegen allzu übertriebener Sportlichkeits-Ambitionen bei td nicht sonderlich gut angekommen, stellt sich die coupéhafte Dachlinie als wahres Wunder bei der Anmutung dar. Nicht so wuchtig, nicht ganz so burschikos, sondern eher mit einem eleganten und weichen Schwung geht das Duo in die nächste Runde. Und mit einer weichen Nase (Soft Nose) an die frische Luft heran.

Geschlossen als Coupé macht die Verjüngung zum Heck schon ordentlich was her. Aber mit offenem Verdeck erinnert das E-Klasse Cabrio schon sehr an eine edle Yacht. Oder an das ideale Auto, um sich auf den Weg zu einer Yacht zu machen. Von der Seite und in der gewünschten Farbe macht das Cabrio alle langweiligen taxibeigen E-Klassen (offizielle Sprachregelung: hellelfenbeingelb) vergessen, aber eben auch das langweilige Eigenheim mit Doppelgarage. Denn die Seitenlinie ist gut dafür, um auch andere Auto-Designer ins Grübeln zu bringen. Oder gar vor Neid platzen zu lassen. Wenn dann noch alle Scheiben versenkt sind, strahlt das Cabrio mit der Plicht im Motorboot um die Wette. Und auch beim Coupé ist die Seitenansicht das entscheidende Kriterium, um sich an einem „offenen“ E-Modell zu ergötzen. Durchsicht pur, denn die B-Säule fehlt und gibt auch dem Coupé die Leichtigkeit, nach der so manchem Autofahrer zumute ist.

Leicht ist indes relativ. Mehr als 1.700 Kilo bringen die beiden Eleganten auf die Waage. Aber genau dieses Gewicht ist es dann auch, das dem Cabriolet wie auch dem Coupé diese Sämigkeit gibt, die erfahrbar ist. Die Sitze geben sich mercedestypisch gediegen und seitenstabil. Sie postieren den Fahrer wie den Beifahrer satt in eine Interieurlandschaft, die ansprechend und hochwertig ist. Großes Plus: Es ist auch hier der Drang zur Designumgestaltung nicht der Funktion geopfert worden. Wer einmal in einem Mercedes gesessen ist, wird sich blind zurechtfinden. Praktisch, funktional und quasi selbsterklärend. Eh, klasse das.

Wenn man dann mit diesen schicken und schnieken Autos auf eine stürmische Insel fährt und der Sommer so ist, wie 2013 üblich, dann hilft auch der Frontspoiler am Dach des Cabriolets nur wenig gegen den stürmisch heranbrausenden Wind. Trotzdem; die Mütze muss – zumindest kurzfristig – weichen. Die Frisur ist darob bald vermasselt, aber das Gefühl bleibt: Cabrio ist ultimativ die richtige Kombination aus Stoffmütze und Oben-ohne. Mit hoch gefahrenen Scheiben macht das E-Cabrio zusätzlich Sinn. Denn es gibt ihn auch hier, den kleinen, feinen Fön für gestresste Nackenmuskeln. In weiser Voraussicht auf weiter mögliche „Sommer“ sollte dieses Zusatzfeature in jedem Fall mitbestellt werden.

Nur ein kleines Manko muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Je nachdem, wer sich das höhen- und tiefenverstellbare Lenkrad wie justiert, wird es schwierig, den Zündschlüssel (oder Zündelektroniker) aus dem dafür vorgesehenen Einschub heraus zu ziehen. Mehr noch: Das Lenkrad liegt so nah am Schlüssel, dass es sogar schwierig wird, den Motor mittels Schlüssel abzustellen. Und Abwürgen geht bei so einem Auto gar nicht.

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